Buchgespräch mit Pavol Rankov (Slowakei) über seinen Roman „Der Kleine Donaukrieg“.
Mittwoch, 19. Juni 2024, Botschaft der Slowakischen Republik, Hildebrandstraße 25, 10785 Berlin.
Beginn um 19 Uhr. Moderation: Mirko Kraetsch.

Nach Lesungen in Regensburg, Frankfurt/Main, Wien, Ulm und Leipzig kommt der prominente slowakische Autor Pavol Rankov nun auch nach Berlin!

𝗦𝗲𝗶𝗻 𝗥𝗼𝗺𝗮𝗻 „𝗗𝗲𝗿 𝗞𝗹𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗗𝗼𝗻𝗮𝘂𝗸𝗿𝗶𝗲𝗴“– ins Deutsche übersetzt von Slávka Rude-Porubská – ist ein politischer Thriller und liest sich wie ein Kommentar zu den jüngsten und aktuellen bewaffneten Auseinandersetzungen in Europa, den ethnisch oder religiös motivierten Bürgerkriegen und den Mechanismen ihrer medialen Verbreitung im Internet, Geschichtsklitterung und Desinformation inklusive.

Im – fiktiven! – Kleinen Donaukrieg im slowakisch-ungarischen Grenzgebiet verläuft die Frontlinie mitten zwischen ehemaligen Nachbarn, Freunden und Verwandten. Mitglieder der slowakischen Heimwehr und großungarische Separatisten stehen sich feindlich gegenüber; auf dem Schlachtfeld mischen Freiwillige aus Tschechien, kirchliche Autoritäten und Angehörige einer Roma-Guerilla-Gruppe mit, während UN-Friedenstruppen und NATO-Streitkräfte samt dem überforderten Verwaltungsapparat der Europäischen Union mehr oder weniger tatenlos zusehen. Die Protagonisten des Romans – ein einfacher Metzger, eine frühere Olympiasportlerin, ein Franziskanerpater – sind plötzlich gezwungen, Partei zu ergreifen und Entscheidungen zu treffen. Bringe ich mein eigenes Leben in Gefahr? Beteilige ich mich aktiv am Töten?

Der Autor spricht mit Mirko Kraetsch über die Grenzverläufe zwischen Ethnien und Staaten und die gefährlichen Kipppunkte, an denen aus latenten Spannungen und tief verankerten Ressentiments offene militärische Konflikte ausbrechen können. Auch die Entstehungsgeschichte des Romans sowie Herausforderungen bei der Übertragung ins Deutsche werden thematisiert.

𝗣𝗮𝘃𝗼𝗹 𝗥𝗮𝗻𝗸𝗼𝘃, geboren 1964, arbeitet als Dozent für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Comenius-Universität in Bratislava und ist einer der bekanntesten und am meisten übersetzten slowakischen Autoren. Sein Prosawerk umfasst Erzählbände, Essays und Romane. Für den 2008 veröffentlichten Roman „Stalo sa prvého septembra (alebo inokedy)“, deutsch 2015 von Ines Šebesta als „Es geschah am ersten September (oder ein andermal)“, erhielt er 2009 den Literaturpreis der Europäischen Union sowie 2014 den Mitteleuropäischen Literaturpreis Angelus der Stadt Breslau. Auf Deutsch liegt außerdem sein Roman „Matky“ vor, übersetzt von Ines Šebesta als „Mütter. Der Weg der Wölfin durch den Gulag“.

„Der Kleine Donaukrieg“ – auf Slowakisch 2016 unter dem Pseudonym Peter Pečonka als „Svätý mäsiar zo Šamorína a iné príbehy z čias malej dunajskej vojny“ publiziert – erschien 2022 in der Übersetzung von Slávka Rude-Porubská im danube books Verlag.

Der Moderator 𝗠𝗶𝗿𝗸𝗼 𝗞𝗿𝗮𝗲𝘁𝘀𝗰𝗵 (1971) lebt in Berlin. Seit über 20 Jahren übersetzt er Literatur aus dem Tschechischen und Slowakischen und ist gelegentlich auch als Autor tätig. Leidenschaftlich gern moderiert er Lesungen und Gesprächsrunden zu den Literaturen der beiden Länder und zum Übersetzen. Er engagiert sich im Berufsverband VdÜ sowie im Verein Weltlesebühne e. V.

𝗩𝗲𝗿𝗮𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝗲𝗿: Slovenský inštitút v Berlíne / Slowakisches Institut Berlin u.a.

𝗢𝗿𝘁: Botschaft der Slowakischen Republik, Hildebrandstraße 25, 10785 Berlin.

𝐏𝐚𝐯𝐨𝐥 𝐑𝐚𝐧𝐤𝐨𝐯: 𝐃𝐞𝐫 𝐊𝐥𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐃𝐨𝐧𝐚𝐮𝐤𝐫𝐢𝐞𝐠
Roman. Aus dem Slowakischen von Slávka Rude-Porubská.
danube books Verlag, Ulm.
276 Seiten, gebunden, 12,5 B x 20,5 cm H, Hardcover mit Schutzumschlag, Fadenheftung.
ISBN 978-3-946046-31-8.
24,00 EUR (D) | 24,70 EUR (A) gebundene Verkaufspreise.

Weitere Informationen, Leseprobe und Rezensionen: https://www.danube-books.eu/pavol-rankov-der-kleine-donaukrieg