Kurze Bilanz der Frankfurter Buchmesse 2026: perfekt organisiert, neue Besucherführung und Hallenlayout haben sich bewährt, das große Gedränge blieb aus. Tschechien als Gastland hatte einen starken Auftritt mit mehr als 180 neuen Übersetzungen ins Deutsche. Im Blickpunkt der Journalisten sind jedoch nur die Handvoll etablierter Namen. Meine persönliche Empfehlung: Lest die Erzählungen „Palenka“ und „Zwischenlandung“ von Matěj Hořava, erschienen im Klagenfurter Wieser Verlag!

Ganz persönlich: Obwohl eine Massenveranstaltung, immer wieder Bekannten in den Arm gelaufen. Spontane Begegnungen und Gespräche, auch mit sog. „Entscheidern“, waren sehr positiv. Ein schon tot geglaubtes Buchprojekt bekommt sehr wahrscheinlich ein neues Leben und manches mehr. Bewährt hat sich der Gemeinschaftsstand mit Büchner, edition frölich und edition fototapeta; mit danube books also vier Verlage aus dem Freundeskreis der Kurt Wolff Stiftung. Auffällig in jeder Hinsicht der THE LÄND-Stand aus Baden-Württemberg. Sehr hochwertige und auffällige Gestaltung. Trotz „future of publishing“ könnte man jedoch dem Buch und der Literatur a bissle mehr Raum geben. Hessen und Rheinland-Pfalz tun das an ihren Ständen.

By the way: Die Verkäufe in Frankfurt waren besser denn je und zwar quer durch das Programm, die Lesungen mit Miroslava Kuľková, Silke Knäpper und Sigrid Katharina Eismann gut bis sehr gut besucht.

Im Vergleich zum abgeranzten und schluffig organisierten Leipzig mit nur drei (eingeschossigen!) Hallen für Literatur – die Hallen 1 und 2 gehören den Manga-Komikern – ist Frankfurt das Maß aller Dinge. Vor allem die internationalen Stände in Halle 3.1 waren wieder eine Kontaktbörse und Fundgrube für das künftige Programm. Leipzig lebt (noch) vom Mythos, wird vermutlich bis in spätestens drei Jahren zweitklassig sein, während Wien als weitere internationale Messe im deutschsprachigen Raum deutlich im Aufwind ist, auch inhaltlich mit der neuen science lounge – ein statement im Schwurbelzeitalter. Übrigens wirkt Oliver Zille (früher Leipzig) inzwischen in Wien, weshalb wohl? Hm …

Persönliche Bilanz der Frankfurter Buchmesse 2026