Textwanderung und Geschichte(n): Geleitsstraße Offenbach. Mit der Autorin Sigrid Katharina Eismann und Dr. Jürgen Eichenauer, Leiter des Hauses der Stadtgeschichte. Termin: Samstag, 9 Mai 2026, 14 Uhr. Treffpunkt: vor dem Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61, 63065 Offenbach am Main.

Nach dem Treffpunkt vor dem Haus der Stadtgeschichte geht es durch die Herrnstraße, aufgefangen im Gedicht „Vom Passé Composé der Herrnstraße“. Die Lyrikerin Sigrid Katharina Eismann und der Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer widmen sich auf ihrem literarisch-geschichtlichen Stadtspaziergang einer der ältesten Offenbacher Straßen: Die Geleitsstraße führte seit Jahrhunderten, bevor dort überhaupt die ersten Häuser standen, zur Messe nach Frankfurt am Main. Auf ihr zogen Kaufleute von Aschaffenburg kommend über Seligenstadt, Steinheim, Mühlheim, durch Isenburgisches Territorium südlich am damaligen Offenbach vorbei nach Frankfurt. Ein Geleit war wichtig, denn seit dem 14. Jahrhundert hatten die jeweiligen Landesherren, in diesem Fall die Isenburger, die Wagen der Kaufleute gegen Überfälle zu schützen. Zur Frankfurter Herbst- und Frühjahrsmesse durften überhaupt nur jene Geleitsstraßen befahren werden. Das Entgelt dafür stand dem Kaiser zu. Die Offenbacher Geleitsstraße ist also Teil eines alten Handelsweges und trägt aus dieser Zeit ihren Namen. Diese historische Straße zwischen gestern und heute hat Eismann poetisch skizziert im Gedicht „Vom Geleitschutz der Künste“.

Die Geleitsstraße hat einen interessanten Baubestand, so etwa das Gebäude der ehemaligen „Oberschule für Mädchen“. Passend dazu liest Eismann eine Szene aus ihrem Roman „Das Paprikaraumschiff“, „Die elektrische Lesung in der Temeswarer Lenauschule“, ergänzt mit Fotos.